Henning Rehbaum MdL

Nachhaltige Dünge-Innovation made in Münsterland

v.l.: H. Rehbaum MdL, Anja Karliczek (Bundesministerin f. Bildung u. Forschung), Michael Huster (Projektleiter), Mareike Kortenjann (Antragsverfasserin Förderprojekt), Prof. Dr. Hans Werner Olfs (Hochschule Osnabrück) bei der Fördermittelübergabe
Mit einem neuartigen Verfahren sorgt das münsterländisch-niedersächsische Unternehmen A+M Unternehmensberatung GbR in Kooperation mit der Fachhochschule Osnabrück derzeit für eine kleine Revolution im Bereich Landwirtschaft, das nun durch Fördermittel des Bundes unterstützt wird. Der innovative Prozess, bei dem zerkleinertes Laub mit Gülle vermengt wird, sorgt für eine deutliche Reduzierung der Nitratabgabe in das Grundwasser und verbessert nachhaltig die Bodenbeschaffenheit. So werden die beiden Stoffströme „tierische Exkremente aus der Landwirtschaft“ und „Laub aus kommunaler Entsorgung“ zu einem rein organischen Düngeprodukt. Die Entwicklung der Pilotanlage findet in Ahlen (Kreis Warendorf) statt.

Um diesen Ansatz wissenschaftlich zu begleiten und bald zur Marktreife zu bringen, erhielt die münsterländisch-niedersächsische Kooperation nun 640.000 Euro von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Das SteenFos-Verfahren schafft eine nachhaltige Möglichkeit zur Entsorgung des Problemstoffs Gülle in viehzuchtintensiven Gebieten und des Laubs, das in unseren Städten und Gemeinden in großen Mengen anfällt.
Es trägt damit in bedeutender Weise zu einer kreislauffähigen Landwirtschaft bei. Das zeigt: Die Agrarwende wird nicht nur auf der großen Bühne entschieden, sondern auch durch solche Innovationen findiger Unternehmen vor Ort“.

Bei der feierlichen Übergabe des Förderbescheids im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin war auch der heimische Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum dabei, der das junge Unternehmen seit zwei Jahren bei der Kontaktaufnahme zu Ministerien und Behörden unterstützt.

„Durch die praxisorientierte Innovation und intensive Forschung mit wissenschaftlicher Unterstützung durch Prof. Dr. Hans Werner Olfs von der Fachhochschule Osnabrück ist das Projekt sehr vielversprechend. So entsteht für die Landwirtschaft ein für Böden, Grundwasser und die kommunale Laubentsorgung interessantes Düngeverfahren“, so Rehbaum. „Nicht immer neue Verbote, sondern Innovationen sind der richtige Weg für Umweltschutz, starke Landwirtschaft und Wirtschaft“, unterstreicht Henning Rehbaum.

Auch Projektleiter Michael Huster sieht sich durch die Unterstützung des Bundes bestätigt: „Ich freue mich mit der Umsetzung von diesem Projekt zum Schutz unseres ureigenen Lebensmittels „dem Wasser“ beizutragen. Dies geschieht, indem wir die zwei Stoffströme Gülle und Laub miteinander vereinen und einen nährstoffreichen und ressourcenschonenden Naturdünger herstellen“.

Bei dem europaweit patentierten SteenFos-Verfahren, bei dem das Laub die Flüssigphase der Gülle aufnimmt, wird der Eintrag des Nitrats in das Grundwasser deutlich reduziert. Durch das Vermengen dieser beiden Stoffströme entsteht ein sehr humusreiches Produkt, welches den Torfeigenschaften sehr nahekommt und dies als Ersatzprodukt zu Torf angesehen werden kann. Das neuartige Verfahren löst auf diese Weise gleich zwei Probleme: Durch die Nutzung des Mischlaubes aus kommunaler Entsorgung werden zum einen die (kommunalen) Abfallwirtschaftsgesellschaften entlastet. Diese kompostieren in den Spitzenmonaten des Herbstes und Winters mit hohem Aufwand das heimische Laub. Zum anderen gibt das Unternehmen den heimischen Landwirten eine nachhaltige und ökologische Alternative zur Gülleaufbereitung. Insbesondere in den in Nordrhein-Westfalen landwirtschaftlich stark ausgeprägten Regionen des Münsterlandes und des Niederrheins blickt man daher mit großer Zuversicht auf die Entwicklungen aus dem Münsterland.