Henning Rehbaum als Melker

28.04.2017, 09:58 Uhr


Diese Woche wechselte der Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum den Anzug gegen den Overall und unterstützte die Familie Kleibolde in Beckum beim abendlichen Melken der Kühe.
Die Handgriffe saßen, denn als Student hatte Rehbaum auf Höfen in seiner Heimatgemeinde Albersloh als Melker ausgeholfen. „Kühe zu melken und zu versorgen ist eine wunderbare Arbeit, bei der ich abschalten kann. Ein ruhiger und einfühlsamer Umgang mit den Tieren ist das A und O im Melkstand.“
Danach wurde der Boxenlaufstall für die 80 Milchkühe besichtigt. Landwirt Bernhard Kleibolde, der den Hof mit seinem Sohn Tobias und der ganzen Familie bewirtschaftet, erläuterte dem Gast die Vorzüge des 5 Jahre alten, mit Sachverstand und Liebe gebauten Stalls:

„Viel Tageslicht, frische Luft, großzügige Bewegungsflächen, eingestreute Liegeboxen für die Ruhephasen der Kühe: Unser Stall ist ein Meilenstein für mehr Tierwohl.“ Die Herde sei im neuen Stall spürbar ausgeglichener, die Kühe seien sauberer und gesünder.



Henning Rehbaum zeigte sich sichtlich beeindruckt: „Früher waren Milchkühe sechs Monate des Jahres in muffigen, engen Ställen angebunden, heute können sich die Tiere ganz nach ihren Bedürfnissen frei bewegen. Den Kühen geht es heute besser als früher.“ Bernhard Kleibolde ergänzt: „Den Landwirten ist es aus einer tiefen Überzeugung wichtig, dass es ihren Tieren gut geht. Hierfür investieren sie regelmäßig in neue, tiergerechtere Ställe.“ Neue Ställe mit mehr Platz, Licht und Luft seien aber nicht zum Nulltarif zu haben.

Ein zentrales Problem sei die ausufernde Bürokratie der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf. „Als Landwirt möchte ich mich um mein Vieh kümmern und nicht um das Ausfüllen von immer mehr Listen, Anträgen und Erklärungen.“

Eine große Belastung sei auch die massive Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. In Deutschland stünde der Einkaufsmacht fünf riesiger Lebensmittelketten das Angebot von rund 150 untereinander konkurrierenden Molkereien gegenüber. Gift für Landwirte und Beschäftigten in der Lebensmittelverarbeitung seien da weitere Fusionen von Lebensmittelketten, wie sie der Bundeswirtschaftsminister Gabriel noch 2016 gegen den ausdrücklichen Rat des Bundeskartellamts erlaubt habe. Ganz im Gegenteil müsse das Kartellrecht für gleiche Kräfte im Markt sorgen.

Rehbaum: „Ziel der politischen Bemühungen muss der Erhalt einer wettbewerbsfähigen, regionalen Tierhaltung und gemeinsam mit Landwirten und Wissenschaft die Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen für die Tiere sein. Ich möchte, dass die Milch auch in Zukunft aus Beckum und nicht aus Belgien kommt. Unsere Landwirte brauchen endlich wieder auskömmliche Preise und vor allem Planungssicherheit.“