Straßen- und U-Bahnen als wichtigen Verkehrsträger in den Städten ernst nehmen

Landesregierung muss endlich Modernisierungsstau auflösen

12.12.2016, 10:51 Uhr
Foto: Klaus-Peter Wandelenus, Frank Heidenreich, Henning Rehbaum MdL, Benedikt Hauser, Wilhelm Hausmann MdL
Foto: Klaus-Peter Wandelenus, Frank Heidenreich, Henning Rehbaum MdL, Benedikt Hauser, Wilhelm Hausmann MdL

Die Verkehrsinfrastruktur in NRW ist die Jahre gekommen. Viele Straßen und Brücken sind marode. Unvorstellbare 400 km Stau in der morgendlichen Verkehrsspitze sind keine Seltenheit in NRW.

Eine große Entlastung sind in vielen NRW-Großstädten die Straßen- oder U-Bahnen. Aber auch hier droht der Kollaps.

Der Grund: Vielfach stammen die Anlagen noch aus den achtziger Jahren. Vieles von der Straßenbahn bis hin zu Stellwerken oder Tunneln wurde seit Eröffnung der Linien nicht mehr modernisiert. Das Computerzeitalter, vielfach ist es hier noch nicht angekommen.


Nach vielen Jahrzehnten Dauerbetrieb naht nun aber unweigerlich der Ausfall: Ersatzteile sind nur noch schwer oder gar nicht zu beschaffen, die Gewährleistung des Brandschutzes ist schwierig, Barrierefreiheit für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen ein Fremdwort in den alten Wagen.

„Die Bürger brauchen moderne Verkehrsmittel und keine rollenden Technikmuseen“, meint dazu Henning Rehbaum, Nahverkehrsexperte der CDU-Landtagsfraktion. Zusammen mit anderen Mitgliedern der Enquete Kommission zur „Finanzierung, Innovation, und Nutzung des ÖPNV in Nordrhein-Westfalen“ war der Abgeordnete auf Informationstour durch Verkehrsbetriebe des Ruhrgebietes.

Eine Station war auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), die diese Probleme kennt.
Auf rund 550 Mio. Euro beziffert der Geschäftsführer der DVG, Klaus-Peter Wandelenus, das Investitionsvolumen alleine in Duisburg, davon alleine 40 Mio. Euro für Stellwerk und Sicherheitstechnik. 20 Jahre soll die Sanierung dauern.

Ähnliche Probleme gibt es z.B. Mülheim. Bochum und Gelsenkirchen. Der VDV beziffert den Sanierungsbedarfs von Stadtbahnen in NRW auf über 3 Mrd. Euro. Frank Heidenreich, CDU-Fraktionsvorsitzender im VRR, schlägt Alarm: "Unser Straßenbahnen können nur noch mit Mühe instand gehalten werden. Die Landesregierung muss endlich reagieren."

Hintergrund ist die Novellierung des ÖPNV-Gesetzes NRW. „Als CDU-Landtagsfraktion haben wir die Landesregierung immer wieder darauf hingewiesen, dass den Verkehrsbetrieben die Zeit wegläuft. Jahr für. Jahr haben wir Frau. Kraft aufgefordert, ihre Kürzungen für Straßenbahnen zurückzunehmen, die sich auf nunmehr 150 Mio. Euro aufsummiert haben. Geld, daß die Straßen- und U-Bahnen dringend benötigen. Doch leider verschließt die Landesregierung die Augen vor den Problemen seit Jahren und zeigt Aktionismus kurz vor der Landtagswahl. Vermutlich wird sie erst aufwachen, wenn U-Bahnen oder Straßenbahnen stillgelegt werden müssen, und unsere Straßen komplett verstopft sind.

Schade, dass die Landesregierung ein solch leistungsfähiges Verkehrsmittel wie U- und Straßenbahnen ohne Not verkommen lässt. Der Verkehrsminister muss rasch handeln und Verkehrsbetrieben wie in Duisburg, die vor großen Herausforderungen stehen, unkompliziert unter die Arme greifen", so Rehbaum, der vor seinem Eintritt in den Landtag 12 Jahre lang ÖPNV-Unternehmen geleitet hat.