Rehbaum bei neuem Landesinnungsmeister Fischer CDU will zurück zur Meisterpflicht

12.12.2016, 13:52 Uhr | Bericht aus der WN vom 10.12.2016 von Dierk Hartleb
Allein auf den Schutzheiligen Eligius der Gold- und Silberschmiede wollen sich Raphael Fischer und Henning Rehbaum (l.) bei der Wiedereinführung der allgemeinen Meisterpflicht nicht verlassen.
Allein auf den Schutzheiligen Eligius der Gold- und Silberschmiede wollen sich Raphael Fischer und Henning Rehbaum (l.) bei der Wiedereinführung der allgemeinen Meisterpflicht nicht verlassen.

„Es geht um die Qualitätssicherung und mehr Ausbildungsplätze im Handwerk.“ Auf diese Formel bringt Raphael Fischer seine Forderung an die eigene Adresse der Gold- und Silberschmiede und seine Erwartung an die Politik. Der frisch gewählte Landesinnungsmeister hatte Freitagmorgen kurzfristig CDU-Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum eingeladen, um mit ihm die Problematik der 2004 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung abgeschafften Meisterpflicht zu erörtern. Mit Freude hatte Fischer zuvor den Antrag auf dem Bundesparteitag zur Kenntnis genommen, in dem sich die CDU für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ausspricht, der mit großer Mehrheit angenommen wurde.


„Die Abschaffung der Meisterpflicht für 53 Gewerke hat sich nicht bewährt“, erklärt Fischer. Seinerzeit habe die Politik versucht, Gesellen ohne Meisterprüfung den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Die Gründung von Ich-AGs sei aber in vielen Fällen in die Hose gegangen, weiß Fischer aus vielen Erfahrungsberichten und Gesprächen. Viele dieser „Meistergesellen“ seien in die Insolvenz gegangen, weil ihnen vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse fehlten.

Deshalb begrüßt der Landesinnungsmeister, der am vergangenen Wochenende in Dortmund in diese Funktion gewählt worden war, den Beschluss des Bundesparteitags, eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Handwerks einzusetzen. Bei Rehbaum läuft Fischer mit seinem Ansinnen offene Türen ein. Er lud den Landesinnungsobermeister und seine Kollegen zu einem Gespräch in den Landtag ein.


„Es wird nicht mehr ausgebildet“, klagt der Landtagsabgeordnete im Pressegespräch und verweist auf erschreckende Zahlen zum Beispiel im Fliesenlegerhandwerk. Dort sind derzeit knapp 150 000 Lehrstellen unbesetzt. Denn um auszubilden, ist der Meistertitel nach wie vor erforderlich. Auch in seinem Handwerk der Gold- und Silberschmiede sei dieser Trend nach der Lockerung der Meisterbriefs spürbar geworden, stellt Fischer fest. Darüber hinaus spricht er sich dafür aus, dass die Meisterausbildung möglichst dem universitären Masterabschluss gleichgestellt wird oder zumindest zu dessen Erwerb berechtigt. Gar nichts hält der Landesinnungsmeister von den Meisterschnellkursen der Handwerksbildungszentren, die völlig ohne Beteiligung des Handwerkes laufen.

„Wir brauchen wieder klare Qualitätsstandards“, konstatiert Rehbaum. „Die Abschaffung des Meisterbriefes war ein historischer Fehler“, ist der CDU-Landtagsabgeordnete überzeugt. Deshalb sei es an der Zeit, ihn zu korrigieren. Möglichst bald.