Es regnet (fast) immer. Das bereitet vor allem den Bauern große Sorgen.

27.08.2014, 09:30 Uhr | Bericht aus der WN vom 19.08.2014 von Josef Thesing
Einer der wenigen trockenen Erntetage. Henning Rehbaum und Kreislandwirt Karl Werring (re.) begutachten das in so genannte Lager gefallene Korn.
Einer der wenigen trockenen Erntetage. Henning Rehbaum und Kreislandwirt Karl Werring (re.) begutachten das in so genannte Lager gefallene Korn.

Es regnet. Und das (fast) jeden Tag. Für Urlauber ist das Mist. Aber für die Bauern entwickelt sich dieses Sommerwetter langsam zur Katastrophe. „Es hört einfach nicht auf“, sagt Burkhard Schulze Dernebockholt, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Albersloh. Auch in Albersloh „wenn das meiste inzwischen weg ist“, ist der Drops für die Landwirte längst noch nicht gelutscht.

Denn wer das Getreide vom Feld geholt hat, kann beileibe nicht durchatmen. Denn das geht ins Geld – das Getreide muss getrocknet werden. „Die Trocknungsanlagen laufen auf Hochtouren“, sagt der Albersloher Landwirt. Und das muss der Bauer bezahlen, was die Marge beim Erlös deutlich verringert.

Das ist das eine Problem. Das andere: die sogenannten Strukturschäden. Die würden die Landwirte nach der derzeitigen Ernte etwa zwei Jahre beschäftigen. „Irgendwann müssen wir ja mit den Maschinen auf die Felder“, sagt Schulze Dernebockholt. Und das führe zu Schäden „Die Böden sind bis obenhin voll“, fügt er an. Mehr passt nicht in die Erde hinein.

Nun gilt mit Blick auf den Mais das Prinzip Hoffnung. „Wenn das Wetter jetzt super wird . . .“, beginnt der Albersloher Landwirt den Satz. Dann sehe es gut aus für die Maisernte ab dem 20. September. Die nächste Hoffnung richtet sich auf einen frostigen Winter, bei dem sich die Böden am besten erholen könnten. Aber das ist noch etwas hin.

Kreislandwirt Karl Werring aus Sendenhorst sieht die Probleme der Bauern genauso. „Die Ernte der Gerste ist zufriedenstellend gelaufen, doch ist die von Weizen und Triticale durch die fast täglichen Regenschauer äußerst schwierig“, erklärt er bei einer Feldbegehung mit dem heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum.

An vielen Stellen liege das Getreide am Boden. In diesen sogenannte „Lagern“ keimten bereits die Körner, die eigentlich geerntet werden sollten.

„Uns Landwirten tut es in der Seele weh, wenn das Getreide, das wir über etliche Monate angebaut und versorgt haben, nun auf dem Feld verdirbt“, meint Werring. Zudem werde die Einbringung der Ernte zu einem echten Nervenkitzel. Kaum sei es für ein paar Stunden trocken, rückten die Mähdrescher aus, um das überreife Futtergetreide zu ernten. Oft müssten die Drescherfahrer die Ernte eines Feldes aber abbrechen, weil ein erneuter Regenschauer einsetzt oder der Mähdrescher im Schlamm nicht fahren kann.

Stress hätten auch die Lohnunternehmer. Die müssten in den wenigen trockenen Stunden irgendwie alle gleichzeitig bedienen. Und das geht eben nicht.