„Es gibt keinen islamischen Terror“

30.07.2014, 09:07 Uhr | Bericht aus der Glocke vom 28.07.2014
Zum Fastenbrechen begrüßte der Verein des Islamischen Jugendzentrums zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, von Kirchenverbänden und anderen Institutionen im Gebäude an der Zeppelinstraße.
Zum Fastenbrechen begrüßte der Verein des Islamischen Jugendzentrums zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, von Kirchenverbänden und anderen Institutionen im Gebäude an der Zeppelinstraße.

Ahlen (yalo) - Hätte man es nicht besser gewusst, wäre der Veranstaltungsraum des Islamischen Jugendzentrums Ahlen wohl auch als Schauplatz einer integrationspolitischen Arbeitsgruppe durchgegangen. Zum Fastenbrechen begrüßte der Verein zahlreiche Interessierte im Gebäude an der Zeppelinstraße. 
 
Zum Fastenbrechen begrüßte der Verein des Islamischen Jugendzentrums zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung, von Kirchenverbänden und anderen Institutionen im Gebäude an der Zeppelinstraße. 
Dort zeigten sich fast alle Redner von den Begrüßungsworten des Vorsitzenden Alaattin Gönes begeistert und nahmen im Anschluss Bezug darauf. Der Funktionär erklärte, dass Ramadan nicht nur aus der Beschäftigung mit sich selbst, sondern auch mit der Besinnung auf die Notlagen anderer Menschen einhergehe. 
 

 Unter anderem bezog sich Gönes dabei auf Flüchtlinge und Hungernde und rief den Gästen ins Bewusstsein, welchen Luxus Deutschland mit der Demokratie, der Freiheit und dem Wohlstand genieße. Auch Muslime würden sich in diese Gesellschaft einbringen wollen, ergriff er das Wort für Millionen Gleichgesinnte. 
Falsche Berichterstattungen über den Islam in den Medien würden das oftmals verhindern. „Es gibt keinen islamischen Terror, denn Terror hat keine Religion“, klärte der Gläubige auf. Für diesen Satz erntete der Redner großen Applaus. 
Dass die Integration doch Fortschritte macht, erklärte Bundestagsabgeordneter Reinhold Sendker (CDU) anhand neuster Beschlüsse im Bundestag zur Ausübung religiöser Freiheit. Kollege Bernhard Daldrup (SPD) sieht weiterhin dringend Handlungsbedarf. „Ich finde es unsinnig, dass Menschen, die hier leben und aufgewachsen sind, nicht an den Kommunalwahlen teilnehmen dürfen“, sprach er sich für gleiche Rechte aus. In die Gruppe der Redner reihten sich außerdem Karl-Heinz Meiwes als Stellvertretender für die Stadtverwaltung Ahlen sowie Franz-Josef Buschkamp als stellvertretender Landrat für den Kreis Warendorf ein. Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrates in Deutschland, sagte: „Integration ist gelungen, wenn wir zusammen Feste feiern.“ Kurze Schlussworte fanden Sükrü Bulut, Oberhaupt des geistlichen Amtes im Islamrat Deutschland, die Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU), Ali Bas (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Annette Paschke von der internationalen katholischen Friedensbewegung. Im Anschluss an die insgesamt rund einstündigen Reden wurde das Festmahl mit türkischen Spezialitäten eröffnet. Dem Fastenbrechen folgt ein dreitägiges Zuckerfest, bei dem Kinder in ihrer Nachbarschaft Süßigkeiten sammeln.