„Solides Fundament gelegt“

Feierliches Gelöbnis in der „Westfalen-Kaserne“ / Gäste aus Höxter und Augustdorf

06.06.2014, 12:19 Uhr | Bericht aus der WN vom 06.06.2014
Besonderer Moment: Henning Rehbaum (l.) und Oberfeldarzt Fritz Stoffregen schreiten die Front der Soldaten ab -hier vor den 90 Rekruten der 5. Kompanie des Ahlener Sanitätregiments 22 unter dem Kommendo von Oberleutnant zur See Tobias Handke.
Besonderer Moment: Henning Rehbaum (l.) und Oberfeldarzt Fritz Stoffregen schreiten die Front der Soldaten ab -hier vor den 90 Rekruten der 5. Kompanie des Ahlener Sanitätregiments 22 unter dem Kommendo von Oberleutnant zur See Tobias Handke.

-Peter Schniederjürgen- Ahlen - Es war ein Moment für das Familienalbum: der Augenblick, an dem Alexander Löbe am Donnerstag in der „Westfalen-Kaserne“ sein Feierliches Gelöbnis ablegte. Das tat der junge Wehrdienstleistende mit insgesamt 182 freiwilligen Kameraden. So waren zu den 90 Rekruten der 5. Kompanie des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“ – sie alle stehen unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Tobias Handke – noch 23 des 1. ABC-Abwehrbataillons aus Höxter und 69 Rekruten des 5. Panzergrenadierbataillons 212 aus Augustdorf gekommen.



Zum klingenden Spiel des Heeresmusikkorps aus Hannover zogen die Truppenfahnen der drei Verbände mit dem Ehrenzug des Sanitätsregiments ein. Hunderte Zuschauer – Freunde, Familien und Kameraden – warteten schon ungeduldig auf den Beginn der militärischen Zeremonie. Bei idealem Wetter, trocken und kühl, lauschten Soldaten und Besucher den Reden. Zunächst ergriff der Hausherr, Oberfeldarzt Fritz Stoffregen, Kommandeur des Sanitätsregiments 22, das Wort. „Sie werden heute mit Ihrem Gelöbnis in die Gemeinschaft der Soldaten aufgenommen“, sagte er und lobte die jungen Soldaten für die Leistungen, die sie in diesem ersten Teilstück ihrer militärischen Laufbahn bisher gezeigt haben. „Damit haben Sie ein solides Fundamten gelegt, auf dem Sie aufbauen können. Nun besitzen Sie alle Grundfertigkeiten, um in der militärischen Welt zu bestehen“, machte der Oberfeldarzt klar. Die Aufnahme im Kameradenkreis bedeute aber auch, dass sich andere auf einen Einzelnen verlassen. Der Kommandeur unterstrich die damit verbundene Verantwortung – gerade im Hinblick auf die für das Ahlener Regiment so vielfältigen Aufgaben in aller Welt.


Genau das war das Stichwort für den Festredner, den CDU-Landtagsabgeordneten Hennig Rehbaum. „Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit in dieser Ahlener Kaserne“, meinte der CDU-Politiker. Er beschrieb den gewaltigen Wechsel von der Armee, die ehemals im Kalten Krieg über eine halbe Million Soldaten stellte, zur friedenssichernden Truppe heutiger Tage.


„Nur durch den Einsatz Ihrer Kameraden konnte der Frieden im Kosovo wiederhergestellt und das Morden beendet werden“, mahnte Henning Rehbaum. Er betonte die Bedeutung, die der Dienst in der Bundeswehr gerade als Freiwilliger für die Bundesrepublik Deutschland hat. „Im Nato-Verbund bilden Sie unsere Versicherungspolice für Frieden und Freiheit“, fasste es Rehbaum zusammen.


Auf die Kommandos von Hauptmann Sebastian Cieslik – er kommandierte das Feierliche Gelöbnis – marschierten die Rekrutenabordnungen zu den Truppenfahnen. Mit der rechten Hand auf den Fahnen gelobten die jungen Soldaten, „das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes treu und tapfer zu verteidigen“. Die Nationalhymne und der Ausmarsch der Fahnen beendeten den militärischen Teil.


„Ach, ich bin so stolz“, strahlte Mutter Sandra Löbe ihren Sohn Alexander beim ersten Gratulieren und Umarmen an. „Wir stehen alle hinter ihm und teilen seine Entscheidung, zur Bundeswehr zu gehen“, machte die Bocholterin klar. Die ganze Familie, einschließlich Oma Karin Weigel und Onkel Stefan Weigel, waren gekommen. „Ich habe hier ebenfalls gedient“, erzählte der Ex-Grenadier. Für Alexander wohl am schönsten: Freundin Lysane Cole war da und freute sich mit ihm.