Henning Rehbaum
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Neuigkeiten
23.09.2019, 11:02 Uhr
Kunstrasenplätze: NRW-Koalition setzt sich für Bestandsschutz und eine Übergangsfrist bis mindestens 2028 ein
Auf vielen Kunstrasenplätzen wird Granulat aus Mikroplastik als Füllmaterial benutzt. Diesen Einsatz will die Europäische Union bis Anfang 2020 prüfen und auch, welche alternativen Materialien verwendet werden könnten. Diese Ankündigung aus Brüssel hat vor einigen Wochen für viel Unruhe in den Vereinen gesorgt.

„Viele Sportlerinnen und Sportler fragen sich, wie lange sie eigentlich noch ihren Kunstrasenplatz nutzen dürfen, wenn dieser mit Kunststoff-Granulat verfüllt ist“, schreiben die CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und Henning Rehbaum in einer Pressemitteilung. Ein Antrag von CDU und FDP, der gestern (19.9.2019) im Landtag verabschiedet worden ist, soll aufklären und ein sofortiges EU-Verbot von Kunststoffgranulat in Kunstrasenplätzen verhindern.


Es gibt alleine in NRW 1.400 Kunstrasenplätze. Diese Plätze sind robust und können fast ständig genutzt werden. Auf ihnen trainieren Mini-Kicker, Amateure und Senioren-Teams, an Wochenenden finden dort regelmäßig Turniere und Ligaspiele statt. Fakt sei aber auch, so Hagemeier uns Rehbaum: „Das Mikroplastik von Kunstrasenplätzen belastet die Umwelt. Daher müssen Kunststoffgranulate in solchen Plätzen reduziert und langfristig ganz vermieden werden.“ Die Koalition wolle Kommunen, Vereinen und Verbänden dabei helfen, auf umweltfreundliche Materialien umzusteigen.

„Natürlich dürfen bestehende Kunstrasenplätze, die Granulat als Füllmaterial verwenden, erst einmal weiter bespielt werden“, stellen die beiden CDU-Abgeordneten aus dem Kreis Warendorf klar. „Kein Verein muss wegen des Mikroplastik-Verbots akut seinen Sportplatz umbauen. Ein mögliches Verbot von Mikroplastik als Einstreugranulat in Kunstrasen betrifft die Zukunft und bedeutet nicht, dass bereits bestehende Kunstrasenplätze sofort erneuert oder gar stillgelegt werden müssten.“

Deshalb hätten CDU und FDP die Landesregierung jetzt beauftragt, „sich im Bund und bei der Europäischen Kommission dafür einzusetzen, dass bei einem Verbot von Kunststoffgranulaten eine ausreichende Übergangsfrist bis mindestens 2028 für bestehende Kunstrasenplätze festgelegt wird“.
Vereine, die gerade einen Kunstrasenplatz planen, sollten bereits heute darauf achten, dass dort umweltfreundliche Füllstoffe verwendet werden wie Quarzsand oder Kork, raten Hagemeier und Rehbaum.

Es gehe um die Abwägung, den Umweltschutz voranzutreiben, dabei aber den Breitensport zu schützen. Denn dass etwas geschehen müsse, stehe außer Frage: „Nur eben nicht mit der Brechstange und auf dem Rücken derer, die als Sportlerinnen und Sportler unser Gemeinschaftsleben und unsere Heimat prägen.“
 
Hintergrund:
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft zurzeit im Rahmen der Kunststoffstrategie der EU eine Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat. Dieses wird unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt. Im europäischen Vergleich gibt es in Deutschland laut DOSB die mit Abstand höchste Anzahl an Kunstrasenspielfeldern: geschätzt 6.000 deutschlandweit und 1.400 in NRW. Jedes Jahr kommen deutschlandweit 300 Kunstrasenplätze hinzu.