Henning Rehbaum
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Neuigkeiten
26.03.2019, 10:13 Uhr
Landwirtschaft braucht Wertschätzung und Unterstützung aus Politik und Gesellschaft
Die Stimmung in der Landwirtschaft ist angespannt: Ständig neue Vorschriften, gesellschaftliche Diskussionen und Schuldzuweisungen setzen den Landwirten zu. Darüber hinaus fehlt es an Planungssicherheit beim Bauen. Das zeigt sich bei Investitionsdefiziten im Stallbau, die eigentlich viel höher sein müssten, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Stattdessen übernehmen immer weniger junge Menschen den elterlichen Betrieb. Beim Jahresgespräch mit den CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Hagemeier und Henning Rehbaum sprachen die Vertreter der Landwirtschaft offen über ihre Sorgen.
„Die Anforderungen an die Landwirtschaft sind enorm. Aber unsere Leistungen werden nicht ausreichend honoriert. Ohne die erforderlichen Preise können wir auf dem globalen Markt nicht bestehen. Politik und Gesellschaft werden sich fragen lassen müssen, ob sie bereit sind, die ständig wachsenden Anforderungen an uns auch zu bezahlen. Denn sonst wird es langfristig diese Landwirtschaft nicht mehr geben“, so Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW.
Sprachen offen über die Sorgen und Bedenken der Landwirte (v.li.): Andreas Westermann, Karl Werring, Henning Rehbaum, Daniel Hagemeier, Dr. Matthias Quas und Hermann-Josef Schulze-Zumloh
Auch der Kreisverbandsvorsitzende nannte Bespiele: Augenblicklich kämpfen die Landwirte mit der erneuten Verschärfung der gerade erst veränderten Düngeverordnung, befürchten in NRW trotz bundesweit höchster Auflagen in Sachen Biodiversität noch weitergehende Verschärfungen durch ein Volksbegehren wie in Bayern und werden aus allen Bevölkerungsschichten mit pauschalen Vorwürfen und Vorurteilen zur Tierhaltung konfrontiert. „Wir sind immer zum Dialog bereit. Aber alles hat seine Grenzen: Man kann beispielsweise nicht der Landwirtschaft Feinstaubbelastung vorwerfen und gleichzeitig Billigflüge für 19 Euro nach Mallorca gutheißen. Das kann nicht sein!“, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh.
Die politische Sicht machte Daniel Hagemeier deutlich: „Wir sind nicht damit einverstanden, dass die EU die Düngeverordnung noch weiter verschärft hat, ohne die Auswirkungen der jüngsten Novelle von vor 2 Jahren abzuwarten.“ Und auch Henning Rehbaum betonte: Wenn die Landwirtschaft gesellschaftliche Wünsche erfülle, müsse diese auch so fair sein, entsprechende Preise an der Ladentheke zu bezahlen und die Arbeit der Landwirte zu loben. „Werden die Anforderungen an unsere bäuerlichen Familienbetriebe weiter derart verschärft und Bauernkinder in der Schule als Tierquäler gemobbt, dann kommt unser Gemüse in Zukunft aus Marokko und die Bratwurst aus Polen. Das kann’s doch nicht sein!“
 Die strukturellen Entwicklungen, die zunehmend junge Menschen von landwirtschaftlichen Betrieben in landwirtschaftsferne Berufe drängen, bereiten dem Vorstandsmitglied Andreas Westermann Sorge. Und auch Henning Rehbaum gab zu bedenken, dass „die Mietpreise in Städten explodieren, während im ländlichen Raum nur mühsam die Schulklassen gehalten werden können.“ Diese Entwicklung gelte es unbedingt mit attraktiven Arbeitsplätzen, guten Verkehrswegen, Glasfaser und Stärkung des Zusammenhalts in den Dörfern aufzuhalten.
Seit Jahren reagieren die Landwirte sehr sensibel auf den Zustand der Gewässer: Überall, wo es Grund zur Beanstandung gebe, müsse umgehend gehandelt werden. „Wir brauchen eine zielgenaue Sanierung und eine wissenschaftliche Begleitung“, so der Kreisverbandsvorsitzende. Geschäftsführer Dr. Matthias Quas gab außerdem zu bedenken, dass heute 14 Messstellen, mit denen vor Ort der Zustand der Gewässer kontrolliert wird, das Handeln von 75 Prozent aller Landwirte im Kreis bestimmen: „Früher wurden in NRW nutzungsgerichtete  Mittelwerte bestimmt. Heute wird nach dem Motto verfahren: One out – all out!“ Das habe weitreichende Konsequenzen.