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05.05.2014, 18:00 Uhr | MV
„Keine falschen Hoffnungen machen“
Rehbaum: keine Alternative zur Ortsumgehung
 Albersloh - Die Forderung, eine Entlastungsstraße für Albersloh unabhängig von der geplanten Umgehungsstraße zu bauen, ist kontraproduktiv, meint der CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum. „Der Schwerlastverkehr in Albersloh bietet rund 150 Menschen einen Arbeitsplatz. Er ist aber auch eine große Belastung für den Ortskern von Albersloh“, schreibt CDU-Landtagsabgeordneter Henning Rehbaum in einer Pressemitteilung zur aktuellen Diskussion über die Belastung des Ortskern.
Alle sind sich einig: Der enge Ortskern von Albersloh ist für viel Lkw-Verkehr nicht geeignet. Über den akut richtigen Weg zum Ziel gibt es aber unterschiedliche Auffassungen. Foto:MV

Die Lösung für die Entlastung des Dorfkerns sei eine Umgehungsstraße, die den überörtlichen Lkw-Verkehr um das Dorf herumleitet und den aus dem Gewerbegebiet kommenden Schwerlastverkehr direkt aufnehme, bevor er in den Ortskern gelangt.

Dass Albersloh auch nach mehr als 50 Jahren noch keine Umgehungsstraße habe, habe Gründe. In den 1960-er Jahren seien aufgrund des geplanten Baus des Großflughafens in Albersloh sämtliche Straßenplanungen bis in die 1970-er Jahre hinein auf Eis gelegt worden.

In den 1990-er Jahren seien die schon sehr weit fortgeschrittenen Umgehungsstraßen-Pläne für Sendenhorst aus der Prioritätenliste des Landes gestrichen worden, weil kein einheitliches Votum aus der Bürgerschaft für die Straße nach Düsseldorf gesendet worden sei.

Die Landesregierung habe das Gefühl gehabt, man sei sich in Sendenhorst und Albersloh nicht einig – also habe man die Finger von beiden Projekten gelassen.

„Heute stehen wir nach langer, intensiver Arbeit auf allen Ebenen von Politik und Verwaltung wieder kurz vorm Ziel: Die Albersloher Umgehungsstraße steht ganz oben im Landesstraßenbedarfsplan, und die Bürgerbeteiligung zum Bau der Straße beginnt noch in diesem Jahr“, schreibt Rehbaum. „Das einzig richtige Signal, das wir als Albersloher jetzt nach Düsseldorf senden müssen, ist: „Ganz Albersloh will die Umgehungsstraße.“

Nun habe sich – wenige Wochen vor der Wahl – eine Initiativgruppe gegründet, die den Bürgern Hoffnung mache, dass mit einer kleinen Lösung – der Verlängerung des Haberkamps bis zur Sendenhorster Straße – das Problem besser und schneller gelöst werden könne. „Den Bürgern, die zu Recht Angst vor den Großfahrzeugen im Dorf haben, diese Hoffnung zu machen, ist aus mehreren Gründen sehr gefährlich“, schreibt Rehbaum.

Der Bau einer solchen Straße quer durch die Bauerschaften Storp und Alst würde ein Planungs-, Lärmschutz- und Naturschutzbegutachtungsverfahren erfordern, das sich über mehrere Jahre erstrecke. „Was wir für die Albersloher Umgehungsstraße schon hinter uns haben, hätten wir für die kleine Lösung noch vor uns. Wir würden bei Null anfangen, mit ungewissem Ausgang.“

Kommunale Entlastungsstraßen müssten zudem künftig mit großer Wahrscheinlichkeit komplett von der Stadt finanziert werden.

Im Bereich des Haberkamps sei die Straße zu schmal für sich begegnenden Durchgangsverkehr mit Lkw und Bussen.

Vor der Einmündung in die Sendenhorster Straße müsste diese Straße noch die WLE-Gleise kreuzen. Das gehe laut Gesetz nur mit einer teuren Brücke oder einer Unterführung. Hinzu kommen Abbiegespuren auf der Sendenhorster Straße in Richtung der neuen Straße. Beides müsste die Stadt selbst bezahlen. „Hier geht es schnell um einige Millionen Euro“, so Rehbaum.

Fast alle Schüttgut-Lkw würden mehrmals täglich Schotter aus den Steinbrüchen im Sauerland befördern – über die Route Drensteinfurt, Hamm und Arnsberg. Sie müssten, so Rehbaum, bei der bei Nutzung der „Entlastungsstraße“ entweder wieder bis zur Apotheke durch das Dorf und an der Grundschule vorbei oder im Neubaugebiet nach Drensteinfurt abbiegen.

Ein Sperrung Alberslohs habe Landesverkehrsminister Groschek kategorisch ausgeschlossen. „Die ,kleine Lösung’ schürt falsche Hoffnungen bei den Bürgern, die sich eine Entlastung vom Schwerlastverkehr herbeisehnen“, so Rehbaum.

Deshalb gelte es, „mit einer gemeinsamen Stimme für die Umgehungsstraße zu sprechen“, die Möglichkeiten der Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer auszuschöpfen und gemeinsam mit Bürgern und Kaufleuten ein einzelhandelsfreundliches Städtebaukonzept für Albersloh für die Zeit nach der Eröffnung der Umgehungsstraße zu entwickeln, schreibt Rehbaum.