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13.07.2017, 14:38 Uhr | Bericht aus der WN vom 13.07.2017
Nur 20 von 200 Entlass-Schülern machen eine Lehre Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt
Kreis Warendorf - Fachkräftemangel und unbesetzte Ausbildungsstellen stellen für mittelständische Betriebe eine Herausforderung dar. Um Lösungen zu entwickeln wandte sich der Kreisverband der Mittelstands-und Wirtschaftsvereinigung der CDU mit einer Unternehmer-Umfrage an ansässige Firmen im Kreis Warendorf.

Über 200 Betriebe antworteten zu den Themen Ausbildung und Beruf. Im Oelder Brauhaus präsentierte Stefan Knoll, MIT-Vorstandsmitglied, die Umfrage.

Viele Betriebe bemängelten, dass das Abitur zu leicht zu erlangen wäre. Dr. Philipp Hermeier, Schulleiter des Thomas-Morus Gymnasium in Oelde: „Der Notendruck auf die Schüler ist immens. Deshalb stehen die Schulen untereinander im Wettbewerb. Die Abiturprüfungen haben ein unterschiedliches Niveau.“


Um Schulabgängern die betriebliche Ausbildung schmackhafter zu machen, starteten insbesondere Handwerksverbände großangelegte Kampagnen. „Die Resonanz liegt unter den Erwartungen“, berichtete Heinz-Bernd Lohmann, Obermeister der Tischler-Innung und Kreishandwerksmeister. „Das Handwerk hat jede Menge offene Ausbildungsstellen. Aber in den Köpfen und Vorstellungen von Schülern, Eltern und Lehrern finden diese Berufe keine Anerkennung.“

Selbst Studienabbrecher finden nicht den Weg in das Handwerk. „Sie gehen in die Industrie, die meistens besser bezahlt, und in die Verwaltungen“, so Dr. Paul Stallmeister, Ansprechpartner im Hochschulteam der Arbeitsagentur Ahlen-Münster.

Konkret bestätigte Berthold Jaster, Studien-und Berufswahlkoordinator an der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen, die Tendenz: „Von den 200 Entlassschülern werden nur 20 direkt in eine Ausbildung gehen.“ Tatsächlich führten viele Unternehmer an, dass die Schüler heute weniger selbstständig und eigenverantwortlich seien und zudem verunsichert bei der Wahl ihres Berufsweges. Bei einer Auswahl von über 300 Ausbildungsberufen, die sich dann noch in mehrere Schwerpunkte gliedern, und über 8900 Studiengänge, falle vielen eine Entscheidung schwer.

Die Auswertung der Umfrage kann unter mit-kreis-waf.de abgerufen werden.

An der Diskussion nahmen Vertreter von Verbänden, Schulen und Berufsberatung teil. Eingeladen hatte Susanne Block, Vorsitzende der MIT Kreis Warendorf.

Die beiden Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum und Daniel Hagemeier nahmen die Diskussionsbeiträge als Auftrag in die politischen Gremien mit.

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